22 Jahre Vogelmann Hörakustik  

Interview AOK Bleib Gesund

Ohren auf!Verkehrslärm, Presslufthämmer, Kreissägen, das Rattern von Rasenmähern – nahezu ständig sind wir Lärm ausgesetzt. Wenn Musik auch nicht mit Lärm gleichgesetzt werden kann, muss zu laute Musik ebenfalls als negativer Lärmpegel bezeichnet werden. Immer mehr Jugendliche leiden schon unter Schwerhörigkeit.
Häufigste Schuld hat daran – das dauerhafte "Zudröhnen" mit lauter Musik.





Warum halten Sie es für notwendig, in einem Alter, in dem eigentlich noch keine Probleme mit den Ohren bestehen, aufzuklären?

Eine Schwerhörigkeit entsteht meistens nicht plötzlich sondern langsam und schleichend, so das hier eine Aufklärung schon im jugendlichen Alter dringend notwendig wird, vor allem in einer Umwelt in der Lärm in jeglicher Form vertreten ist. Und um darauf aufmerksam zu machen das neben dem klassischen Nachlassen des Gehörs im Laufe unseres Lebens auch Krankheiten, Unfälle oder
eben die zu hohe Lärmbelastung Ursachen einer Hörminderung sein können.


Welche Erfahrungen machen Sie bei
Ihren Schulbesuchen?

Die Kinder sind aufgrund der Demonstration, indem sie selbst eine Schwerhörigkeit empfinden können, äußerst aufgeschlossen und sind gerne bereit in diesem Alter Hilfe anzunehmen bei einer
Vorsorge.


„Hört keine laute Musik!“ Solche Aussagen sind bei Jugendlichen ja wenig populär!

Lärm jeglicher Art ist Gift für die Ohren. Tag für Tag leidet unser Gehör mitnachhaltigen Folgen. Schon ein lauter Knall ,kann zu einem dauerhaften Hörverlust führen. In Verbindung mit dem Hören von zu lauter Musik, wobei der Lärmpegel sehr oft schon über dem zugelassenem Pegel von 85 dB liegt (ab 85 dB verlangt der Gesetzgeber Lärmschutz), führt eine Belastung von nur 10 Minuten täglich zu einem Hörschaden.
Dauerhafte Lautstärke führt zu Nervosität, Schwerhörigkeit, Herzinfarkt, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen, Depressionen.


Was empfehlen Sie den jungen Menschen?

Wenn nach dem Hören von lauter Musik, z. B. bei einer Veranstaltung, Volksfest, Disko, Konzerte, des öfteren ein sogenannter Tinnitus entsteht oder man das Gefühl hat es wäre Watte in den Ohren sollte schon die erste Schutzmaßnahme durch Benutzung von Lärmschutz in Kraft treten. Sobald eine Veränderung der Hörfähigkeit auftritt sollte sofort ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
Es gibt Gehörschutz mit Köpfchen. Es sind nicht einfach nur Stöpsel welche die Ohren verstopfen, sondern verschiedene Systeme zu Unterdrückung unterschiedlicher Lautstärken. Für jeden Anlass und für jeden Geldbeutel ist etwas dabei.


Wie sollen sich Eltern verhalten?
Eltern sollten ihre Kinder beobachten. Wenn das Kind beispielsweise beim Telefonieren immer nur mit einem Ohr telefoniert oder dauernd von einem Ohr zum anderen wechselt und dabei nicht auf Stimmen reagiert, kann eine Veränderung des Hörens bestehen.


Was sind Anzeichen für ein geschädigtes Gehör oder beginnenden Gehörverlust?

Ein Hörverlust äußert sich auf verschiedene Arten:Der Lautstärkeverlust ( hier wird alleszu leise gehört).Der Verständlichkeitsverlust (häufig treten Hörstörungen auf, bei denen man alles laut genug hört, jedoch den Inhalt nicht versteht, Dies ist dann der Fall, wenn mehrere Personen durcheinander sprechen oder Gespräche in lärmerfüllter Umgebung stattfinden.Besteht auch nur der Verdacht einer Hörminderung sollte sofort ein HNO-Arzt aufgesucht werden.


Mehr Infos in der AOK-Broschüre
„Augen und Ohren“

Im Internet:
www.tinnitus-liga.dewww.fhg-besserhoeren.de